| Firma: | Schmidt und Schwarz Partnergesellschaft für ERP & Logistikberatung |
|---|---|
| Unternehmer/in: | Ulrich Schmidt und Michael Schwarz |
| Branche: | IT-Dienstleistungen |
| Gründung: | 30. Oktober 2006 |
| Homepage: | http://www.schmidt-schwarz.de |
| E-Mail: | info@schmidt-schwarz.de |
Die
beiden Partner der Schmidt und Schwarz Partnergesellschaft für ERP
& Logistikberatung einmal gemeinsam zu erreichen, ist gar nicht so
leicht. Während
Systemanalytiker Ulrich Schmidt gerade im Osten im Kundenauftrag
unterwegs ist, erarbeitet Unternehmensberater Michael Schwarz in Witten
Konzepte. Die Geschäftsidee "offene ERP-und Logistikberatung" wurde im
Rahmen des Prozesses "Gründen im Team" in Hattingen im Frühjahr 2006
mit dem gemeinsamen Nenner Logistik, Materialwirtschaft und DV
entwickelt. Als erfahrener EDV-Mann mit Schwerpunkt Logistik fand
Ulrich Schmidt in Michael Schwarz einen ebenso erfahrenen Praktiker aus
der Industrie. Seit Oktober 2006 sind die beiden gemeinsam am Start.
Herr Schwarz, ERP & Logistikberatung, was ist darunter zu verstehen?
Michael Schwarz Der Begriff Enterprise Resource Planning (kurz ERP) bezeichnet die unternehmerische Aufgabe, die in einem Unternehmen vorhandenen Ressourcen (Kapital, Betriebsmittel oder Personal) möglichst effizient für den betrieblichen Ablauf einzusetzen. Der ERP-Prozess wird in Unternehmen heute häufig durch Standardsoftware unterstützt. Wie haben uns auf die Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit "Quelloffener Software" spezialisiert, mit der Option der Analyse und Verbesserung der logistischen Leistungsfähigkeit des Unternehmens.
Die Geschäftsidee, kleine und mittelständische Unternehmen zu optimieren, ist ja nicht neu und der Markt ist hart umkämpft. Wie und womit positionieren Sie sich?
Ulrich Schmidt Ohne ein funktionierendes Warenwirtschaftssystem können die meisten Unternehmen heute nicht mehr auskommen. Neu für die meisten Unternehmer ist jedoch, dass es anspruchsvolle Software für ERP-Systeme, auch kostenlos, ohne horrende Lizenzkosten und knebelnde Wartungsverträge gibt. Nach intensiver Recherche auf dem "OpenSource"- Sektor sind wir auf eine Software gestoßen, die genau auf unsere Zielgruppe zugeschnitten ist.
Was ist das Besondere daran?
Michael Schwarz "OpenSource Software" (quelloffen) bietet die Möglichkeiten, völlig legal im Programm Veränderungen vorzunehmen und sie so anzupassen, dass sie optimal auf die individuellen Kundenbedürfnisse zugeschnitten ist. Da diese Software alle Betriebsbereiche steuert, angefangen vom Vertrieb über den Einkauf, die Fertigung (mit Arbeitsplänen/Stücklisten), das Lager bis hin zur Personalverwaltung, kommt es ganz automatisch zur Betrachtung der logistischen Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Und genau hier liegt der Vorteil, den wir bieten können.
Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?
Ulrich Schmidt Ich hatte mein berufliches Standbein seit 14 Jahren nahe Hannover als Projekt- und Entwicklungsleiter in einem Softwarehaus für Logistikanwendungen, als mich die Liebe nach Velbert-Langenberg verschlug. Mit 50 Jahren war 2006 nicht daran zu denken, eine Anstellung in der neuen Heimat zu finden. Wie gerufen kam der Prozess "Gründen im Team" im Nachbarort Hattingen. Meiner Kompetenz als gelernter Mathematiker mit 25 Jahren Erfahrung in Softwareentwicklung, 15 Jahre Projekterfahrung in Produktions- und Distributionslogistik und als Architekt einer Standardsoftware für Logistik-Dienstleister war ich mir wohl bewusst. Mir fehlte noch die zündende Idee und der passende Partner.
Und was passierte dann?
Ulrich Schmidt Es fand sich dann auch eine Gruppe von vier künftigen Unternehmensberatern, die unter dem Namen „Kompetenzteam 50+ - Erfahrung und soziale Kompetenz" Kunden finden wollten. Aber irgendwie war das nur der kleinste gemeinsame Nenner und keiner glaubte wirklich daran, mit der Geschäftsidee erfolgreich zu sein. Für mich persönlich kam der Durchbruch auf einer Urlaubsreise. Fasziniert vom OpenSource-Gedanken sah ich im Vorbeifahren den Sitz des deutschen IT-Unternehmen SAP – ein Synoym für Geschäftskritische Standardsoftware. Ich sah den enormen Bedarf an Beratung, fand das OpenSource Prinzip auch bei wirtschaftlicher Software umgesetzt und konnte schließlich einen meiner Kompetenz-Team Partner, nämlich Michael Schwarz, von der Tragfähigkeit der Idee überzeugen.
Herr Schwarz, am Anfang hatten Sie doch eine ganz andere Idee...?
Michael Schwarz Der Wunsch zum Schritt in die Selbständigkeit als Unternehmensberater reifte schon längere Zeit in mir, denn in meiner beruflichen Laufbahn als Maschinenbau- und Wirtschaftsingenieur gehörten Optimierungen zum Tagesgeschäft und es war mir schon immer ein wichtiges Anliegen, verbesserte Abläufe zu gestalten. Mit GiT kam der Reiz einmal etwas ganz anderes auszuprobieren, nämlich aus einer meiner Leidenschaften heraus, dem Angeln, eine neue Existenzgrundlage zu schaffen. Diese Idee stieß allerdings in meiner Familie, mit Ausnahme meiner Frau und meines Vaters, doch eher auf Unverständnis. Ob Unternehmensberater oder Angelladenbesitzer - mich hielten immer wieder die Gedanken der bestehenden Risiken ab, den Weg in die Selbständigkeit zu gehen. Schließlich habe ich eine Familie mit zwei kleinen, schulpflichtigen Kindern.
Was hat Sie an der neuen Idee überzeugt?
Michael Schwarz Es gestaltete sich sehr schwierig, ein geeignetes Grundstück für meinen Angelladen zu finden und die Tatsache, dass in der Nachbarstadt ein Angeldiscounter mit 1800 qm Verkaufsfläche eröffnet hatte, brachten mich schließlich von meinem Vorhaben ab. Umso erfreulicher war es, dass mein jetziger Geschäftspartner mit einer neuen Idee auf mich zukam. Beratung von kleinen und mittelständischen Unternehmen mit "quelloffener Software", mit der Option der Analyse und Verbesserung der logistischen Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Das traf genau meinen Punkt. Wir haben die Idee gemeinsam ausgearbeitet und sind im Herbst letzten Jahres gestartet.
Wie konnte GiT dazu beitragen?
Michael Schwarz Der GiT-Prozess bietet eine hervorragende Basis um sich auf seine Selbständigkeit vorzubereiten. Nicht nur der rote Faden für den Weg in Selbständigkeit wurde uns aufgezeigt und Schritt für Schritt bearbeitet, sondern auch individuell durch die Moderatoren und durch das Feedback der anderen Teilnehmer sehr gut unterstützt. Die Möglichkeit, seine Geschäftsidee vor Fachleuten aus der Wirtschaft zu präsentieren, ist ein weiterer Höhepunkt. In den anschließenden Coach-Gesprächen reflektieren die Fachleute, ob man sich in die richtige Richtung bewegt und geben wichtige Hinweise. Letztendlich hat der GiT-Prozess zu unserer jetzigen Selbständigkeit geführt, einer Partnerschaftsgesellschaft, die es ohne diese Veranstaltung nie gegeben hätte.
Warum eine Gründung im Team, Herr Schmidt?
Ulrich Schmidt Ein Part unserer Gesellschaft ist der erfahrene EDV-Mann, der die Einführung der Software (Server/Client) betreut und berät und auch systemtechnische Veränderungen vornehmen kann und der andere Part ist der erfahrene Praktiker aus der Industrie, der die betrieblichen Abläufe analysiert und bewertet und auf Wunsch neu gestaltet. So ergänzen wir uns gerade im Kundensinne optimal. Als Freiberufler haben wir uns bewusst für eine Partnerschaftsgesellschaft entschieden. Jeder haftet mit seinem gesamten Privatvermögen wie in einer OHG und wir stehen mit unserem Namen für die Qualität unserer Beratung ein. Wir betonen die gegenseitige Unterstützung und Ergänzung auch gegenüber unseren Mandanten. Sie haben es nicht mit Einzelkämpfern zu tun.
Was macht das Team sonst noch für Sie aus?
Michael Schwarz Nach einer Phase der Einarbeitung hatten wir im Dezember letzten Jahres dann unseren Zertifizierungstermin bei dem Softwarehersteller des ERP-Systems, um als qualifizierter Dienstleister für diese Software auf dem Markt aktiv zu werden. Zwei Tage vor dem Termin passierte mir dann ein Sportunfall, bei dem ich mir einen dreifachen Bänderriss zuzog. Als "Einzelkämpfer" hätte es sicherlich zu erheblichen Schwierigkeiten geführt. Aber auch hier zeigten sich die Vorteile einer Partnerschaft; schließlich ist der andere Teil noch mobil und wir konnten unsere Ziele weiter verwirklichen. Trotz meiner mehrwöchigen Gehbehinderung waren wir in der Lage unsere Kunden zu besuchen und Präsentationen durchzuführen.
Haben Sie sich zu Beginn der Partnerschaft gemeinsame Ziele gesetzt - und diese auch fixiert?
Ulrich Schmidt Unser Hauptziel ist natürlich, dass unser Unternehmen sich im bestehenden Markt etabliert und dass wir uns im harten Konkurrenzkampf durch unsere angebotenen Dienstleistungen hervorheben können. Schriftlich festgehalten haben wir alle Regelungen im Bereich der Gesellschaft und der Zusammenarbeit. Ich habe den Partnervertrag auch mit meiner Frau durchgesprochen. Ihr Kommentar: "Ich möchte mit dir auch so einer Vertrag abschließen, dann habe ich alles tatsächlich in Schriftform und kann dir das im Streit immer vor die Nase halten!"
Hand auf's Herz: Gibt es auch schon mal Konflikte - und wie gehen Sie damit um?
Michael Schwarz Wichtig bei einer Zusammenarbeit ist, dass die Chemie zwischen den Partnern stimmt. Das Vertrauen, der Verlass auf den anderen und der offene Umgang mit Konflikten sind Grundsäulen einer erfolgreichen Partnerschaft. Richtige Konflikte hat es bisher bei uns noch nicht gegeben. Wir gehen sehr offen mit allen Punkten um und können uns hundertprozentig aufeinander verlassen.
Und feiern Sie auch Ihre Erfolge gemeinsam?
Ulrich Schmidt Na klar, heute haben wir einen Auftrag erhalten, der uns bis Oktober beschäftigen wird. *Beide lachen* Das ist in jedem Fall ein Grund zum Feiern.
Toll! Dann wünschen Ihnen beiden auch weiterhin viel Erfolg!
Die GiT-Fragen stellte Anke Patt.